Paläontologische Präparation

Für Ausstellungszwecke und vor allem für die Forschung müssen geborgene Fossilien vom umgebenden Gestein befreit, stabilisiert und konserviert werden. Meist lässt erst

eine professionelle Präparation die Details des ehemaligen Lebewesens erkennen und ermöglicht somit deren wissenschaftliche Auswertung.

Die Herausforderung dieser filigranen Arbeit besteht darin, mit den richtigen Methoden, dem nötigen Geschick und Erfahrung das Fossil, oder Teile davon, ohne sichtbare Spuren oder gar Beschädigungen freizulegen.

Ich verwende seit über 20 Jahren eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden

der mechanischen und chemischen Präparation – je nach Gegebenheiten des Fossils. Neueste Technologien und Geräte stehen mir dabei zur Verfügung und ermöglichen ein weitgefächertes Spektrum an Verfahrensweisen.

Über die Zeit habe ich mich auf die Präparation von Fossilien des Muschelkalks (mittlere Trias, ca. 240 Millionen Jahre vor heute) spezialisiert. Dabei ist mir die enge Zusammenarbeit mit Sammlern, Wissenschaftlern und Museen besonders wichtig.

(siehe auch: www.trias-verein.de, www.ceratiten.de)

 

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich für die Präparation Ihrer Funde vertrauensvoll an mich wenden. Gern erstelle ich Ihnen ein Angebot.

 

 Zusammenstellung von Präparaten verschiedener Präparationsmethoden

(Sämtliche Bildrechte liegen bei Sebastian Brandt.)

     

Beispiele für verschiedene Verfahren der Präparation

 

Beispiel 1: Präparation eines Schmelzschupperfisches Colobodus maximus aus einer Kalksteinkonkretion des Oberen Muschelkalks

 

Bilder von der Bergung des vollständig in einer Kalksteinkonkretion eingebetteten Fossils.

 

Auf der Bruchfläche ist die Lage des Schuppenkörpers erkennbar.

 

Die Bilderfolge zeigt die Präparationsschritte und das fertige Präparat des einmalig gut erhaltenen, dreidimensionalen Fisch-Fossils. (Dieses Präparat wurde von der Fossilien-Community www.steinkern.de zum Fossil des Jahres 2010 gewählt.)

 

 

 

Beispiel 2: chemisch/mechanische Präparation eines fossilen Seesterns

Trichasteropsis weissmanni

 

Das Fossil lag in einer Kalksteinlage eingebettet, die mittels Sticheln und der kontrollierten Anwendung von kristallinem Kaliumhydroxid selektiv aufgelöst wurde.

 

Diese (bei richtiger Anwendung) schonende Methode führt vor allem bei Echinodermen die in Kalzit-Erhaltung vorliegen zu eindrucksvollen Ergebnissen.

 

 

 

Beispiel 3: Die Präparation von Ceratites flexuosus aus dem Oberen Muschelkalk

Bei der mechanischen Präparation von derart seltenen Funden ist ein hohes Maß an Erfahrung nötig.

Die Ceratiten-Steinkerne stecken oft in Kalkstein-Konkretionen und weisen nur geringe physikalische Trennungseigenschaften auf. Insbesondere die Freilegung der Innenwindungen ist bei vielen Ceratiten des Oberen Muschelkalk nicht immer unkompliziert - aber gerade in deren Ausbildung liegt ein hohes Maß an biologischer Information über diese faszinierende Spezies (s.a. www.ceratiten.de)

Die Bilder zeigen den Weg vom Fundstück zum Präparat.

 

Beispiel 4: Die mechanisch/chemische Präparation eines fossilenKopfes von Nothosaurus jagisteus

Bei der Durchsicht von unpräpariertem Rohmaterial aus dem fränkischen Oberen Muschelkalk fand sich eine in etwa zehn Stücke zerbrochene, circa 30cm lange Mikrit-Konkretion. Zunächst wurden die Fragmente gereinigt und Stück für Stück mit Kunstharz zusammengeklebt. Dabei wurde die abgeflachte, spitzkonische Form der Konkretion ersichtlich – mit Fantasie konnte man nun die Form eines Nothosaurier-Schädels hineininterpretieren. Nach der Festigung aller Fugen, Klüfte und mergelig-brüchigen Anteile erschien die Konkretion stabil genug um es mit einer kombinierten Präparation aus Ätzen mit Ameisensäure und vorsichtiger Stichelarbeit zu probieren. Es folgten viele Wochen während denen ich in der Werkstatt teilweise im Stundentakt zwischen Säure- und Wässerungswanne, Binokular und diversen Sticheln sowie chemischen Festigern und Klebern hin und her pendelte. Schon noch einigen Ätzgängen wurden die ersten Elemente des Hinterhauptes des phosphatisierten Schädels erkennbar. Nun war klar– es handelte sich tatsächlich um den Schädel eines Nothosauriers. In etwa 80 Arbeitsstunden konnte der einmalig gut erhaltene, dreidimensional konservierte Kopf (der Unterkiefer war zu meiner endgültigen Verblüffung noch im Verbund an Ort und Stelle) allseitig freigelegt werden. Hierbei war die Fragilität der hauchdünnen Schädelknochen und insbesondere der teilweise nur in limonitisiertem Mergel eingebetteten Zähne eine echte präparatorische Herausforderung. Wer schon mal mit Säure im Muschelkalk gearbeitet hat weiß wie schwierig es sein kann ein zerstörerischen Hinterschneiden von brüchigen Knochen und gerissenen Zähnen im faziell inhomogenen und von Rissen durchzogenen Material durch die Chemikalien zu unterbinden. Das wichtigste ist hier ein geduldiges und vor allem planvolles Vorgehen in kleinen Schritten – sozusagen in der einen Hand den Stichel, in der anderen den Festiger. Wichtig ist es außerdem genau zu Wissen was man tut, was bedeutet sich detaillierte morphologische Kenntnisse über des gefunden Fossil anzueignen. Erst dadurch, und ein gewisses Maß an Erfahrung kann das Risiko der Beschädigung oder gar Zerstörung des einmaligen Fossils minimiert werden. Nach abschließender Wässerung und Fixierung war liegt nun ein eindrucksvolles und in seiner Erhaltung einzigartiges Fossipräparat vor.

 

(Sämtliche Bildrechte liegen bei Sebastian Brandt.)